Freies Chlor
Freies Chlor ist der mit DPD 1 bestimmte Chloranteil, der grundsätzlich für die Desinfektion zur Verfügung steht. Seine tatsächliche Wirksamkeit hängt jedoch von der Wasserchemie ab.
Ein Chlorwert allein sagt noch nicht alles über die Desinfektionswirkung aus. Für die richtige Beurteilung müssen Messmethode, pH-Wert und – bei stabilisiertem Chlor – Cyanursäure berücksichtigt werden. Hier erklären wir die wichtigsten Chlorbegriffe und zeigen, wie du Messwerte systematisch einordnest.
Freies Chlor ist der mit DPD 1 bestimmte Chloranteil, der grundsätzlich für die Desinfektion zur Verfügung steht. Seine tatsächliche Wirksamkeit hängt jedoch von der Wasserchemie ab.
Mit „aktivem Chlor“ wird im Poolkontext häufig der besonders desinfektionswirksame Anteil des freien Chlors beschrieben. pH und Cyanursäure beeinflussen diesen Anteil wesentlich.
Gebundenes Chlor umfasst chlorhaltige Reaktionsprodukte wie Chloramine. Es wird üblicherweise aus Gesamtchlor minus freiem Chlor abgeleitet.
Die Begriffe werden häufig verwechselt. Entscheidend ist, welche Messgröße dein Test tatsächlich liefert.
| Messung | Ergebnis | Bedeutung |
|---|---|---|
| DPD 1 | Freies Chlor | Grundlage für die Beurteilung des verfügbaren Chlors. |
| DPD 1 + DPD 3 | Gesamtchlor | Erfasst freies und gebundenes Chlor zusammen. |
| Gesamtchlor − freies Chlor | Gebundenes Chlor | Rechnerischer Differenzwert zur Beurteilung chlorhaltiger Reaktionsprodukte. |
Bei nicht cyanursäurestabilisiertem Wasser liegt freies Chlor hauptsächlich als hypochlorige Säure (HOCl) und Hypochlorit-Ion (OCl⁻) vor. Das Verhältnis dieser Formen ist pH-abhängig.
Der Anteil der stark desinfektionswirksamen hypochlorigen Säure ist höher.
Das Gleichgewicht verschiebt sich stärker zum Hypochlorit-Ion. Dadurch sinkt bei gleichem freien Chlorwert die unmittelbare Desinfektionswirkung.
Chlorwerte nicht isoliert bewerten. Den pH-Wert immer mitmessen und zuerst in einen für das System geeigneten Bereich bringen.
Stabilisierte organische Chlorprodukte bringen Cyanursäure beziehungsweise Cyanurat in das Pflegesystem ein. Sie schützt Chlor vor schnellem UV-Abbau, bindet aber gleichzeitig einen erheblichen Anteil des freien Chlors reversibel.
Im Außenpool kann die Stabilisierung den schnellen Chlorabbau durch UV-Strahlung reduzieren.
Cyanursäure wird im normalen Betrieb nicht einfach verbraucht wie Chlor. Bei fortgesetzter Zugabe stabilisierter Chlorprodukte kann der CYA-Wert deshalb steigen.
Bei vorhandenem CYA kann derselbe DPD-1-Wert eine andere Desinfektionswirkung bedeuten als in Wasser ohne Cyanursäure.
| Beobachtung | Mögliche Ursachen | Zuerst prüfen |
|---|---|---|
| Freies Chlor fällt schnell | Hohe organische Belastung, intensive UV-Strahlung, warme Wassertemperatur oder unzureichende Dosierung. | pH, CYA, Nutzung, sichtbare Beläge und Dosiersystem. |
| Chlor messbar, Wasser trotzdem problematisch | Ungünstiger pH, hoher CYA, starke Belastung oder unzureichende Filtration/Umwälzung. | pH, CYA, Filteranlage und Wasserzustand. |
| Gebundenes Chlor erhöht | Reaktionsprodukte aus Chlor und stickstoffhaltigen Verunreinigungen. | Messung bestätigen, Belastungsursache und Wasserpflege beurteilen. |
| Chlorwert sehr hoch | Überdosierung oder geringerer Verbrauch als erwartet. | Keine weitere Chlorzugabe; Messung und Produktanleitung prüfen. |
Granulat, Tabletten, Flüssigchlor und andere Chlorprodukte unterscheiden sich in Wirkstoff, Konzentration und Anwendung. Eine pauschale Dosierung ohne Produktbezug wäre daher fachlich falsch.
Die Dosierung muss auf die tatsächliche Wassermenge bezogen werden.
Freies Chlor, pH und bei stabilisierter Chlorpflege CYA bestimmen.
Dosiermenge und Anwendung ausschließlich aus dem Etikett beziehungsweise den Herstellerinformationen des verwendeten Produkts ableiten.
Für eine belastbare Beurteilung gehören pH-Wert, freies Chlor und bei stabilisierter Chlorpflege Cyanursäure zusammen. Vertiefe jetzt die angrenzenden Wasserwerte.